Aller Anfang ist leicht...

Am Anfang ist man begeistert und voller Motivation. Jaaaa, lerne ich, mach ich, auf jeden Fall. Und dann fängt man an und dann...

merkt man oft recht schnell, dass das ja alles doch gar nicht so einfach ist. Puh. Je mehr man über etwas weiß, desto mehr ahnt man, was man noch alles nicht weiß. Und dann sinkt die Motivation. Aber...

Alles ist schwierig, bevor es einfach ist..

Bleibe jetzt dran! Auch wenn es schwer fällt. Das Dranbleiben ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Wir trainieren unsere Willenskraft wie einen Muskel. Und wir wissen auch: Unser Gehirn lernt immer. Wenn wir immer aufhören, wenn es schwierig wird, lernt unser Gehirn, dass wir jemand sind, der immer aufhört, wenn es schwierig wird. Das ist nicht hilfreich.

 

Hilfreich, zu wissen, ist: Es dauert nicht lange, "über den Berg" zu kommen. Hole dir Unterstützung oder arbeite nach Plan, um eine neue Gewohnheit einzuüben. Eine "Wanderkarte", ein Kompass, ein "Bergführer" hilft dir und die Gewissheit, mit jedem Schritt deinem Ziel näher zu kommen und nach nur 20 Stunden unglaublich viel Kompetenz hinzugewonnen zu haben.

Die 20-Stunden-Regel

Vergleiche:

 

Wie fühltest du dich, als du dich zum ersten Mal in einem Auto ans Lenkrad gesetzt hast, während der ersten Fahrstunden und nach 20 Stunden Fahrpraxis?

 

Als du eine neue Sprache lernen wolltest - wie war das die ersten Stunden? Und kontest du dich nach 20 Stunden nicht schon recht gut verständigen? Welch ein Unterschied!

 

Als du das erste Mal am Herd standest? Was war dein erstes Gericht? Ist dir alles direkt auf Anhieb gelungen oder musstest du erst etwas üben? Und nach dem 20. Kochen, was konntest du dann bereits auf den Tisch "zaubern"?

Im Nachhinein vergessen wir gerne unsere Anfangsbemühungen. Stellt sich erst einmal Routine ein, so werden wir bald übermütig. Aber die Lernkurve über die ersten 20 Stunden ist enorm, sodass wir sie definitiv "aushalten" sollten. Dem Anfänger hilft Geduld, aber auch der Lehrer des Anfängers sollte sich in Geduld üben und nicht kritisieren. Kritik zu Beginn frustriert. Je mehr jemand kann, desto mehr kann er Kritik vertragen und aus ihr lernen.

 

Und für diejenigen, die ein Meister werden wollen gibt es noch eine weitere Regel:

Die 10.000-Stunden-Regel

Das Niveau, das ein Meister erreichen will, ist für den Normalsterblichen nicht relevant. Man hat einfach nicht die Zeit, in vielem Meister zu werden. "Früh übt sich..." -  Meister beginnen oft im Kindesalter und sind wohl letztlich intrinsisch motiviert durch besondere Begabung zur nötigen Selbstdisziplin, sich so viel Zeit ihrer Sache zu widmen - ob im Sport, am Instrument oder sonstwo. Mindestens 10.000 Stunden Übungszeit entsprechen 5 Stunden täglich an 250 Tagen im Jahr (Mo-Fr) über einen Zeitraum von 8 Jahren. Vergleiche dein Können mit dem eines Meisters also nur, wenn du selbst so viel geübt hast. ;-)

Bist du Meister geworden in einer Sache, werde wieder Schüler in einer anderen.